Eine falsche Eröffnung: Was eröffnet die Buchmesse?

„Die Buchmesse eröffnet heute in Frankfurt.“ Dergleichen war dieser Tage wiederholt zu lesen. Offenbar wussten die Verfasser solcher Meldungen nicht, dass „eröffnen“ ein transitives Verb ist.
Dabei handelt es sich um mehrere Meldungen in durchaus angesehenen Medien und sogar im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Doch leider beherrschen viele Journalisten selbst dort die deutsche Sprache nicht mehr richtig.
Sonst hätten sie nämlich gewusst, dass das Verb „eröffnen“ ein Akkusativobjekt verlangt. Das zumindest legt die Verbvalenzgrammatik der deutschen Sprache so fest.
Richtig wäre demnach, wenn die #Buchmesse in Frankfurt eröffnet wird. Richtig wäre auch, wenn sie öffnet oder ihre Tore öffnet. Korrekt wäre auch, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron die Buchmesse in Frankfurt eröffnet haben.
Doch was „eröffnet“ die Buchmesse? Eröffnet sie einen Einblick in das Unvermögen mancher Journalisten, die deutsche Sprache richtig anzuwenden?
Natürlich eröffnet die Buchmesse einen breiten Überblick über Literatur aus aller Welt. Vielleicht ist ihre Eröffnung bei vielen Berichterstattern auch deswegen nicht transitiv geraten, weil sie zuwenig Bücher lesen? Diese Eröffnung scheint angesichts vieler sprachlicher Mängel in Mainstream-Medien leider nicht an den Haaren herbeigezogen zu sein.

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