Geschummelt bei der Berichterstattung: Feinstaub ist nicht fein

„Schummeln“ tun Schüler bei Klassenarbeiten. Wer von einer „Schummel-Software“ bei Dieselmotoren spricht, verharmlost einen schwerwiegenden betrug.
„Auch Frankfurt und Wiesbaden verklagt: Umwelthilfe will VW-Schummel-Diesel stilllegen lassen“, schrieb der Hessische Rundfunk am Mittwoch (24. Januar). Durch diese Wortwahl entschuldigt er die betrügerische Manipulation an tausenden von Autos als eine Art „harmloses“ Kavaliersdelikt. Dabei hat VW mit den einprogrammierten Abschaltvorrichtungen nicht nur Zulassungsbehörden und Kunden betrogen, sondern auch zugunsten eigener finanzieller Vorteile schwerwiegende Gesundheitsschäden von Millionen Menschen in Kauf genommen.
Dagegen wendet sich die Deutsche Umwelthilfe mit ihrer Klage. Ihr Ziel ist der Gesundheitsschutz der Bewohner stark befahrener Straßen oder dicht besiedelter Innenstädte.
Wer an Asthma leidet, der hat garantiert kein Verständnis für eine verharmlosende Berichterstattung, wie sie unter der Überschrift „Schummel-Diesel“ stattfindet. Betrug auf Kosten der Gesundheit der Mitmenschen ist keine Schummelei und darf auch nicht als solche verharmlost werden.
Leider hat die Bezeichnung als „Scchummel-Software“ VW und anderen Betrügern sowie einer nachgiebigen Politik bislang dabei geholfen, die Bevölkerung mit unwirksamen Maßnahmen abzuspeisen, die das Problem nicht wirklich lösen. Insofern machen sich Journalisten, die diese wortwahl transportieren, letztlich zu Mitverantwortlichen an Umweltverschmutzung und in deren Folge Erkrankungen wie Asthma und Lungenkrebs.

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